ATT00010Die Gemeinschaftsschule Ohrstedt platzte beim Start ihres großen Gemeinschaftsprojekts aus allen Nähten

 

Am letzten Samstag im Februar war es endlich soweit! Das alle Klassen übergreifende Projekt "Zeitreise" konnte gestartet werden. Mehr als ein Jahr war von der Idee bis zur öffentlichen Vorstellung vergangen.


Wir wollten Geschichte einmal ganz anders präsentieren und unsere Gäste mit auf eine Zeitreise nehmen, auf der sie hinter jeder unserer Türen in ein anderes Zeitalter abtauchen konnten.


Unter der Leitung von Daniela Neumann Kock (alle Texte selbst geschrieben, Filme gedreht und bearbeitet, Musik ausgesucht und geschnitten, Rollen und Kostüme ausgedacht und besorgt oder herstellen lassen) entstanden daher von den Schülern in ausdauernder Arbeit einstudierte Theaterstücke aus neun verschiedenen Epochen.


Es wurden von ihnen Kulissen gebaut und gemalt, Kostüme genäht und moderne Videotechnik eingesetzt, um die ausgewählten Zeiträume attraktiv darzustellen.


Man konnte zu den Römern reisen und sehen, wie unsere Vorfahren verhinderten, dass das Römische Reich bis zur Elbe ausgedehnt wurde.


Mittelalter5Das Leben im Mittelalter und der frühen Neuzeit konnte angesehen werden. Hier musste man als Zuschauer aufpassen, dass man nicht in die Fänge der Inquisition geriet, weil man nicht rechten Glaubens war.


Am Hof Ludwigs XIV. durfte man mit an der Festtafel sitzen und direkt von dort zur Französischen Revolution wechseln um zu sehen, wie die neu erfundene Guillotine funktionierte.

 

Im Raum der 20er/30er Jahre stellten die Schülerinnen und Schüler eindringlich dar, wie es zur großen Katastrophe in unserer Geschichte, der Zeit des Nationalsozialismus, kommen konnte.

 

Der NS-Raum war sehr düster und eindrucksvoll. Es wurde nur abwechselnd an den verschiedenen Spielorten eine Kerze angezündet. Aus diesem Raum kamen alle Zuschauer sehr bedrückt, was natürlich auch so gewünscht war. Zum Glück ging es danach weiter in die junge Bundesrepublik und die DDR. Dort konnte man wieder lachen, unter anderem über den herrlich sächsischen Dialekt einer Schülerin, die in der jungen DDR "lebte".


Schließlich rockten unsere Schülerinnen und Schüler die 70er/80er Jahre. In schrillem Outfit und Disco-Ambiente lieferten sich ein 70er- und ein 80er-Jahre-DJ einen musikalischen Schlagabtausch. Dazu gab es Cocktails und jede Menge gute Laune.

Um 15.00 Uhr eröffnete der Chor aus Ohrstedter Grund- und Gemeinschaftsschülern das Spektakel. Herr Kinder begrüßte die anwesenden Gäste und dankte allen beteiligten Schülerinnen und Lehrkräften für ihren Einsatz. Schulrätin Finger erinnerte die Gäste daran, wie sinnlos das Auswendiglernen von Geschichtszahlen dann ist, wenn der nötige Kontext fehlt. Das, was die Schülerinnen und Schüler hier gelernt haben, geht weit über den Geschichtsunterricht hinaus und wird sicher nicht so schnell vergessen.
Frau Alberts bescheinigte den Schülerinnen und Schülern ein großes Engagement und betonte, wie sich der Umgang der Kinder und Jugendlichen untereinander verbessert hat, da in altersgemischten Gruppen gespielt wurde und alle an einem Strang ziehen mussten.


Band7xFrau Neumann Kock, die Haupt-Reiseleiterin, erklärte allen Gästen, wie man mit Hilfe der Zeitreiseleiter, die ihre jeweiligen Epochen- oder Themenschilder hochhielten in die einzelnen Zeiträume gelangen konnte. Dann ging es los.
Bei den ersten Durchgängen konnten nicht alle Gäste in die Wunschepoche mitgenommen werden, so groß war der Andrang. Nach und nach konnte jedoch jeder, der genügend Zeit mitgebracht hatte, alle Stücke anschauen.

 

Unsere Gäste waren begeistert von den Leistungen unserer Schülerinnen und Schüler! Die Zuschauer wurden mit einbezogen und es wurde immer mit viel Charme und einem ironischen Augenzwinkern Bezug zur Gegenwart hergestellt. Musikeinlagen aus der jeweiligen Zeit rundeten das Programm ab. Dies war natürlich nur möglich, weil wir technisch so gut ausgestattet sind.
Große Augen machten unsere Schülerinnen und Schüler, als sich plötzlich die Kameras des ZDF-Kinderkanals auf sie richteten. Davon ließen sie sich aber nicht beirren und spielten mit vollem Einsatz weiter ihre Rollen. Einige Kinder und Jugendliche wuchsen regelrecht über sich hinaus. Schon am Sonntag wurde der Bericht über unser Projekt in der Kindernachrichtensendung "Logo" bundesweit ausgestrahlt.


Als die Zeitreise(n) um 20.00 Uhr zu Ende war(en), dröhnte noch eine Weile Musik aus der Disco der 70/80-er Jahre. Schüler und Lehrkräfte konnten einfach kein Ende finden und feierten ihren Erfolg.

 

Am Montag wurde die Zeitreise noch einmal für die Schülerinnen und Schüler des Standortes Viöl und für die 3. und 4. Klassen aus Ohrstedt aufgeführt. Von vielen Kollegen wurde angeregt, noch weitere Schulen einzuladen, um dieses großartige Projekt zu präsentieren. Wir denken darüber nach, aber eigentlich gibt es schon neue Ideen, die auf ihre Umsetzung warten…
Auf jeden Fall wird dieses Mammutprojekt für alle Beteiligten lange, vielleicht ein Leben lang, in Erinnerung bleiben und sie sich immer wieder wundern, wie das alles so gut und präzise ablief und unterhaltsam wie spannend und informativ war.

 

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